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Jetzt reicht`s - raus aus der verfassten Kirche – Glaube ja – Religion nein!

 

Als ehemaliger Jesuitenschüler hätte ich mir auch nicht vorstellen können, dass mein erster Blog sich mit diesem Thema beschäftigt, aber in den letzten Tagen ist einfach so viel passiert, dass ich mich dazu äußern will. Hier nur ein paar Schlagworte: Missbrauchsskandale in Deutschland, den USA, Irland, Papstvergleich von Frauen, die abtreiben lassen, mit der Bestellung von Auftragsmördern, Entzug der Zulassung für den Rektor der philosophischen-theologischen Hochschule St. Georgen, den Jesuitenpater Ansgar Wucherpfenning wegen seiner offenen Haltung zu gleichgeschlechtlichen Paaren – und das ganze wäre noch um eine lange Liste zu ergänzen.

 

Wer jetzt immer noch mit seinen Steuern ein so bis ins tiefste Innere unmenschliches System unterstützt, sollte sich einmal fragen, was er damit am Leben erhält. Die Kirche, insbesondere die katholische, ist ein System zur Macherhaltung  alter Männer und zur Unterdrückung von freidenkenden Menschen. Hier gibt es auch nichts mehr zu reformieren, dazu ist die Kirche nicht in der Lage, wie auch der jetzige Papst beweist. Aber nicht nur er allein ist dafür ein Zeichen. Acht Jahre nach dem Bekanntwerden des Missbrauchsskandals legt die Kirche einen Bericht vor, der vorgibt, man wolle aktiv an der Klärung arbeiten. Dieser Bericht ist ein Dokument der Schande, der Vertuschung und der Arroganz der Macht. Und ich bin der tiefen Überzeugung, mit den Skandalen in Deutschland, Irland, den USA und Chile gibt man nur das zu, was nicht mehr zu vertuschen war. Wieso sollte in anderen Ländern nichts passiert sein?

 

Bei all dem – und bei einem Blick in die Kirchengeschichte – wird immer wieder offensichtlich, dass die Kirche primär um Machterhalt bemüht ist – und sich dafür auch weltweit mit den Mächtigen einlässt. Wo blieb der Aufstand der Kirchen im Nationalsozialismus – bitte nicht mit den wenigen Widerstandkämpfern argumentieren, das ist so peinlich wie die Heiligsprechung von Bischof Romero, dem südamerikanischen Priester, der als einer der wenigen den korrupten Systemen eines ganzen Kontinents entgegengetreten ist. Diese Leuchttürme der Menschlichkeit  können nicht hinwegtäuschen darüber, dass die Kirchenmachthaber unermessliches Leid über die Menschen gebracht haben – und durch ihre Politik heute noch bringen. Hexenverfolgung, Verfolgung Andersdenkender, Kreuzzüge, Ablasshandel, rigide Moralvorstellungen, die Millionen verarmter Menschen im Elend halten, Verschwenden und Verprassen.

 

Ich wende mich ganz ausdrücklich nicht gegen den individuellen Glauben, aber überall – und das gilt religionsübergreifend – wo sich Glaube organisiert und verfasst, engt er Menschen ein, stülpt Ihnen eine Lehre über, die unfrei macht und gipfelt oft genug in der Bekämpfung aller Andersdenkender – bis hin zu gewaltsamen Übergriffen. Und dabei brauchen wir gar nicht in den Nahen Osten, nach Myanmar oder Afrika zu blicken, schaut einfach nach Irland und in das ehemalige Jugoslawien.

 

Brauchen wir wirklich Kirchen, die einem sagen, was wir denken sollen, wie wir zu handeln haben – und das dann ggf. auch noch bei abweichendem Verhalten mit Strafen sanktionieren? Die Erklärung der Menschenrechte und Kant`s kategorischer Imperativ sind religionsübergreifende Orientierungspunkte, Gesetze regeln unser Zusammenleben – lasst Glauben wieder Privatsache werden!

 

 

 

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